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Fledermaus in Schleching gefunden

Foto: Dr. Andreas Zahn

Bund Naturschutz findet äußerst seltene Art in der Pfarrkirche

Die kleine Hufeisennase war früher eine der häufigsten Fledermausarten, vor allem im voralpinen Hügelland. Heute kennt man in Bayern nur noch vier  Wochenstuben mit etwa 100 - 200 Tieren, diese Art ist also stark vom Aussterben bedroht!

Einer breiten Öffentlichkeit bekannt ist die Kolonie im Schloss Herrenchiemsee. Hier leben die Tiere im Sommer auf dem Dachboden und können dort mit Hilfe von Spezialkameras von Besuchern vom Erdgeschoss aus beobachtet werden. Den Winter verbringen sie schlafend im Keller.

Kleine Hufeisennasen jagen in Wäldern, Parks und Gärten in niedrigem Jagdflug und erbeuten dabei vor allem Kleinschmetterlinge, Mücken und Stechmücken.
Für ihren Lebensraum benötigen sie naturnahe, strukturreiche Landschaften mit Hecken, Obstbäumen Wäldern und geeigneten Sommer- und Winterquartieren. Sehr empfindlich reagieren die Tiere auf Pestizideinsatz. Das Vorkommen der Tiere ist somit ein Hinweis auf eine gesunde und intakte Umwelt!
Die kleine Hufeisennase ist kein Spaltenbewohner, den man hinter Holzverkleidungen oder Fensterläden findet, sondern sie lebt ausschließlich auf warmen Dachböden, meist von Kirchen oder Schlössern oder in zugluftfreien Kirchtürmen.

Auf der Suche nach weiteren Vorkommen dieser seltenen Art im Auftrag der Fledermauskoordinationsstelle Südbayern unter der Leitung von Dr. Andreas Zahn wurde der Bund Naturschutz Traunstein im Sommer 2012 fündig:
In der Pfarrkirche St. Remigius in Schleching konnte ein Tier gefunden werden. Da diese Fledermäuse  immer wieder ihre Quartiere wechseln und sich Kolonien auch gerne auf mehrere Gebäude verteilen, könnte der Fund eines einzelnen Tieres ein Hinweis auf mehrere Tiere oder gar eine Wochenstube sein. "Der Fund der dann fünften bekannten Wochenstube in Bayern wäre eine große Sensation" meint Beate Rutkowski von Bund Naturschutz. Darum solle in diesem Frühjahr und Sommer  weiter untersucht werden. Dabei seien die Naturschützer auch auf Hinweise aus der Bevölkerung angewiesen, da sich auf jedem warmen Dachboden oder Heustadel ab April die Tiere aufhalten könnten. "Wir freuen uns über jede Fledermausmeldung, nicht nur aus Schleching, sondern aus dem ganzen Landkreis" betont Frau Rutkowski.
So könne man mehr über die Zahl und die Artzusammensetzung der  Fledermäuse in unserer Region  erfahren.