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Neue Bewirtschaftungs- und Maßnahmenplänen für die europäische Wasserrahmenrichtlinie ab 2016

Bild zur Wasserrahmenrichtlinie
Foto: Beate Rutkowski

Im ersten Halbjahr 2015 lief die öffentliche Anhörung zu den neuen Bewirtschaftungs- und Maßnahmenplänen für die europäische Wasserrahmenrichtlinie ab 2016.

Ursprünglich war von der EU geplant, alle Gewässer bis 2015 in einen guten ökologischen und chemischen Zustand zu bringen.

Von Anfang an war klar, dass dies nicht gelingen würde. Vor allem die Verbauung vieler Bäche und Flüsse, die Entnahme großer Wassermengen für Siedlung, Industrie und Landwirtschaft und die Einträge an Düngemitteln, Pestiziden und Bodenabtrag aus den landwirtschaftlichen Flächen in die Gewässer sind für den schlechten Zustand vieler Flüsse, Seen und Grundwasserkörper verantwortlich und es war und ist nicht absehbar, dass sich hier Entscheidendes ändern wird.

Darum wird die Zielvorgabe immer weiter nach hinten geschoben. Aktuell werden neue Maßnahmenkataloge für den Bewirtschaftungszeitraum von 2016 bis 2021 aufgestellt, ein weiterer Bewirtschaftungszeitraum ist schon bis 2027 in Aussicht gestellt, aber die Zielerreichung wird von Fachleuten auch bis 2027 längst nicht für alle Gewässer erwartet – also ein Verfahren mit open end?

Solange die Umsetzung der Maßnahmen immer nur punktuell und freiwillig stattfindet, der Zubau unserer Flüsse für Energiegewinnung und Industrie immer weiter geht und die EU-weite Agrarpolitik nicht endlich zu einer Ökologisierung der Landwirtschaft führt, werden die Ergebnisse der Gewässerbewertungen eher schlechter als besser werden. Von einem guten Zustand sind wir weiter entfernt denn je.

Für 20 Flusswasserkörper, vier Grundwasserkörper und den Waginger See hat die Kreisgruppe Traunstein detaillierte Stellungnahmen abgegeben, wie sind eben ein großer und wasserreicher Landkreis! Allerdings decken sich viele Aussagen in den einzelnen Gebieten, denn Querverbauungen, die Einengung unserer Fließgewässer und die Einträge aus der Landwirtschaft führen bei einem Großteil unserer Gewässer zu einem unbefrie-digenden Zustand hinsichtlich der Gewässerökologie, der Fischpopulation und der Nitratgehalte im Grundwasser.

In den letzten Jahren hat sich in unserem Landkreis sicherlich auch einiges Positive getan: Ein Wehr an der Traun wurde entfernt, Fischtreppen wurden gebaut, der ökologische Gewässerumbau der Alz vorangetrieben...

Aber es muss weiter am großen Ziel gearbeitet werden und gleichzeitig müssen gravierende Verschlechterungen verhindert werden!

Alle unsere Bemühungen z.B. hinsichtlich der Ausweitung des Ökolandbaus, der Forderungen weiterer Bach- und Flussrenaturierungen, des naturnahen Ausbaus der Salzach ohne Kraftwerke, dem ökologischen Hochwasserrückhaltes an der Tiroler Achen ohne den Bau von Kraftwerken finden eine rechtliche Grundlage in der EU-Wasserrahmenrichtlinie, darum ist dieses Thema für uns auch so wichtig!