MenuKreisgruppe TraunsteinBUND Naturschutz in Bayern e. V.

Natur vor der Haustüre

Gerettete Landschaften im Landkreis Traunstein

Anlässlich unseres 40-jährigen Jubiläums haben wir eine Karte mit den von uns geretteten, z.T. einzigartigen, Landschaften erstellt, die wir Ihnen nicht vorenthalten möchten.
mehr ...

und es kommen immer neue gerettete Landschaften dazu:


Der Tüttensee - eine BUND Naturschutz - Erfolgsgeschichte!

Der Tüttensee soll sauberer werden
Foto: BN

Anfang der 80er Jahre befand sich der Tüttensee - ein beliebter Badesee im Landkreis Traunstein - in einem desolaten Zustand. Durch übermäßige Düngung seitens der umliegenden Landwirtschaft und dem damit verbundenen Eintrag an Nährstoffen über den Hiensdorfer Graben wurde die Wasserqualität immer schlechter, bis der See kurz vor dem Umkippen war und sich unsere Kreisgruppe eingeschaltet hat. Heute zählt er zu den geretteten Landschaften - die verbandseigene Mitgliederzeitschrift hat in der Ausgabe 4-2017 den Rundweg beschrieben.

Die Chronologie finden Sie hier

Für diesen Erfolg für Mensch und Natur müssen wir Jahr für Jahr die Pachtzahlungen finanzieren und sind dabei auf Spenden aus der Bevölkerung angewiesen.

 


Kreisgruppe kauft neues Grundstück

Kauf des Kalkquellmoores in Diesenbach
Mit Hilfe von vielen Spendengeldern und einem 90%-Zuschuss des Freistaates konnte die Kreisgruppe im Dezember 2012 ein wertvolles Kalkquellmoor bei Diesenbach in der Gemeinde Surberg kaufen.
Dieses Hangquellmoor stellte ehemals ein extrem nasses Moor dar, dessen Wasserlinsen mit extrem seltenen Kalkquellmoor-Schwingdeckenrasen überdeckt waren. Aber nach einer Grabentieferlegung und dem Eintrag von Nährstoffen sank die Wertigkeit der Fläche in den letzten Jahrzehnten immer mehr.
Trotzdem sind hier noch viele sehr seltene Pflanzen- und Tierarten zu finden, so hat unser Mitglied Dr. Rettelbach in den letzten Jahren über 20 verschiedene Tagfalterarten und verschiedene Libellenarten bestimmt. Außerdem wachsen hier sechs verschiedene Orchideenarten, Sonnentau und Mehlprimel.
Ein Teil der Kauf-Fläche besteht aus feuchtem Grünland, das nun für die Verlegung des verbauten Diesenbaches aus der Kernzone heraus zur Verfügung steht. Dies wäre eine Möglichkeit für eine hydrologische Sanierung des Moores, da die entwässernde Wirkung auf den zentralen Moorbereich entfallen würde. Zudem könnte durch eine Mäandrierung des Diesenbaches auch dieser Lebensraum wieder aufgewertet werden. Die Maßnahme wird gerade vom WWA geprüft.
Da die angrenzenden Flächen nun ebenfalls als Ausgleichsflächen verkauft wurden und ab sofort extensiviert werden, ist auch der Nährstoffeintrag ins Moor in Zukunft stark vermindert. Die jährlich notwendige Mahd wird der Landschaftspflegeverband Traunstein übernehmen.
So hoffen wir, dass es uns mit hydrologischen und landschaftspflegerischen Maßnahmen gelingt, zumindest die jetzt noch vorkommenden Arten zu erhalten, um den früheren wertvollen Zustand zumindest teilweise wieder herzustellen. Wer weiß, vielleicht finden wir dann in nicht allzu ferner Zukunft wieder jetzt noch verschwundene Tier- oder Pflanzenarten auf unserer neuen Moorfläche

Wir danken allen unseren Spendern für ihre Unterstützung, ohne die solche Maßnahmen nicht denkbar wären!


Lebensräume im Chiemgau

Der Chiemgau zeichnet sich durch eine große Zahl verschiedener, besonders wertvoller Lebensräume mit einer entsprechend reichhaltigen Artenvielfalt der Fauna und Flora aus.

Bei der Pflege unserer Biotope sind auf freiwillige Helfer angewiesen. An vielen Orten im Landkreis fallen jedes Jahr wieder Arbeiten an. Wer gerne mitarbeiten möchte, soll sich bitte in der Geschäftsstelle in Traunstein melden, Tel. 0861 12297.


Trittsteinbiotope an der Ischler Achen

Es ist es uns gelungen, noch ein weiteres Ufergrundstück an der Ischler Achen zu erwerben, in Nachbarschaft zu den beiden Flächen, die wir schon vor zwei Jahren kaufen konnten. Wir können nun an einer längeren Uferstrecke etwas für die Bachmuschel tun, von der es hier ein gutes Vorkommen gibt. Die Absicht des von den beiden Landkreisen getragenen Projektes „Eggstätt-Hemhofer-Seenplatte – Seeoner Seen“ ist es, mittels Trittsteinbiotopen eine Verbindung zum Artenaustausch zwischen den beiden Naturschutzgebieten im Osten und im Westen zu schaffen. Hierfür liegen unsere Grundstücke strategisch sehr günstig: Wenn Heuschrecken, Libellen und Tagfalter von einem Biotop zum anderen wandern, landen sie bei uns nicht mehr auf Intensiv-Grünland, sondern wieder auf einer einschürigen, ungedüngten Feuchtwiese. Wir haben uns einiges vorgenommen, um unsere Flächen naturnäher zu gestalten, z. B. die Anlage von sogenannten „Seigen“ (feuchte Geländemulden). Auch im benachbarten Pavoldinger Moos sind wir durch den Erwerb zweier weiterer Moorgrundstücke mit unseren Renaturierungsplänen vorangekommen. Wir danken an dieser Stelle ganz besonders der Projektbetreuerin Frau Vroni Feichtinger, die auch in diesem Jahr wieder eine Führung auf unseren Flächen im Rahmen von BayernTourNatur anbieten wird.