MenuKreisgruppe TraunsteinBUND Naturschutz in Bayern e. V.

Natur vor der Haustüre

Gerettete Landschaften im Landkreis Traunstein

Anlässlich unseres 40-jährigen Jubiläums haben wir eine Karte mit den von uns geretteten, z.T. einzigartigen, Landschaften erstellt, die wir Ihnen nicht vorenthalten möchten.
mehr ...

und es kommen immer neue gerettete Landschaften dazu:


Der Tüttensee soll noch sauberer werden!

Der Tüttensee soll sauberer werden
Foto: BN

Bund Naturschutz Traunstein pachtet 3, 3 ha Flächen am Hiensdorfer Graben

Noch vor ca 30 Jahren befand sich der Tüttensee in der Gemeinde Vachendorf in einem beklagenswerten Zustand. Die fischereiliche Nutzung musste eingeschränkt werden, die Wasserqualität wurde zunehmend schlechter. Aber seit der Bund Naturschutz 1995 ein Konzept für eine Pflanzenkläranlage zur Reinigung des Wassers aus dem Hiensdorfer Graben vor dem Zulauf in den Tüttensee konzipiert und umgesetzt hat, die ist Wasserqualität dieses beliebten Badegewässers wieder ausgezeichnet.
Damals konnten eine ca 2 ha große Fläche vom Landkreis gepachtet werden und noch zwei angrenzende Waldgrundstücke dazugekauft werden. Darauf wurde ein großes Feuchtbiotop mit Klärteichen angelegt, über diese Fläche wird der Hiensdorfer Bach seitdem verrieselt, bevor das Wasser klar und gereinigt in den Tüttensee fließt.

Trotzdem wurden vor allem bei Starkregen immer wieder erhebliche Nährstoffmengen in den Bach und in das Feuchtbiotop eingeschwemmt. Nun konnte die Kreisgruppe Traunstein des Bund Naturschutz Grünflächen und Streuwiesen entlang des Hiensdorfer Grabens mit einer Gesamtfläche von knapp 3,3 ha von einem Landwirt langfristig pachten.
Darunter ist auch eine 1 ha große bisher intensiv genutzte Grünlandfläche, die nun extensiviert und an einen Biolandwirt weiterverpachtet werden soll.
„Wir sind sehr glücklich“, betont die Vorsitzende Beate Rutkowski. „zum einen werden die Streuwiesen entlang des Hiensdorfer Grabens geschützt, zum anderen wird der Nährstoffeintrag in die große Feuchtfläche weiter reduziert und der Tüttensee letztendlich noch mehr von Einträgen entlastet. Die hier lebenden Amphibien, Wasservögel und Wasserpflanzen werden es uns danken!“

Das Gebiet rund um den Tüttensee hat sich in den letzten Jahrzehnten hervorragend zu einem wertvollen Biotopverbund entwickelt. Mindestens sieben verschiedene Orchideenarten, die sibirische Schwertlilie, das größte Wasserfroschvorkommen im Landkreis, Kreuzottern, Ringelnattern, seltene Tagfalter wie der Wiesenknopf-Ameisenbläuling oder das Blaukernauge, Bekassinen und Reiher können hier beobachtet werden. Auch ein Biber bereichert seit einiger Zeit das Artenspektrum.

Nicht nur Spaziergänger, sondern auch die Badegäste am See profitieren von den ökologischen Maßnahmen. Das alles kostet natürlich Geld, auch wenn die händischen Pflegearbeiten von BN-Mitgliedern unentgeltlich geleistet werden. Die Kreisvorsitzende hofft dabei auf Unterstützung aus der Bevölkerung: „Wir würden uns freuen, wenn wir zum Beispiel für den Pachtpreis die eine oder andere Spende bekommen würden, denn alle Besucher und auch die Natur werden profitieren. Und wer Lust hat, im Herbst mit uns die Heugabel zu schwingen, ist herzlich willkommen!“

 


Kreisgruppe kauft neues Grundstück

Kauf des Kalkquellmoores in Diesenbach
Mit Hilfe von vielen Spendengeldern und einem 90%-Zuschuss des Freistaates konnte die Kreisgruppe im Dezember 2012 ein wertvolles Kalkquellmoor bei Diesenbach in der Gemeinde Surberg kaufen.
Dieses Hangquellmoor stellte ehemals ein extrem nasses Moor dar, dessen Wasserlinsen mit extrem seltenen Kalkquellmoor-Schwingdeckenrasen überdeckt waren. Aber nach einer Grabentieferlegung und dem Eintrag von Nährstoffen sank die Wertigkeit der Fläche in den letzten Jahrzehnten immer mehr.
Trotzdem sind hier noch viele sehr seltene Pflanzen- und Tierarten zu finden, so hat unser Mitglied Dr. Rettelbach in den letzten Jahren über 20 verschiedene Tagfalterarten und verschiedene Libellenarten bestimmt. Außerdem wachsen hier sechs verschiedene Orchideenarten, Sonnentau und Mehlprimel.
Ein Teil der Kauf-Fläche besteht aus feuchtem Grünland, das nun für die Verlegung des verbauten Diesenbaches aus der Kernzone heraus zur Verfügung steht. Dies wäre eine Möglichkeit für eine hydrologische Sanierung des Moores, da die entwässernde Wirkung auf den zentralen Moorbereich entfallen würde. Zudem könnte durch eine Mäandrierung des Diesenbaches auch dieser Lebensraum wieder aufgewertet werden. Die Maßnahme wird gerade vom WWA geprüft.
Da die angrenzenden Flächen nun ebenfalls als Ausgleichsflächen verkauft wurden und ab sofort extensiviert werden, ist auch der Nährstoffeintrag ins Moor in Zukunft stark vermindert. Die jährlich notwendige Mahd wird der Landschaftspflegeverband Traunstein übernehmen.
So hoffen wir, dass es uns mit hydrologischen und landschaftspflegerischen Maßnahmen gelingt, zumindest die jetzt noch vorkommenden Arten zu erhalten, um den früheren wertvollen Zustand zumindest teilweise wieder herzustellen. Wer weiß, vielleicht finden wir dann in nicht allzu ferner Zukunft wieder jetzt noch verschwundene Tier- oder Pflanzenarten auf unserer neuen Moorfläche

Wir danken allen unseren Spendern für ihre Unterstützung, ohne die solche Maßnahmen nicht denkbar wären!


Lebensräume im Chiemgau

Der Chiemgau zeichnet sich durch eine große Zahl verschiedener, besonders wertvoller Lebensräume mit einer entsprechend reichhaltigen Artenvielfalt der Fauna und Flora aus.

Bei der Pflege unserer Biotope sind auf freiwillige Helfer angewiesen. An vielen Orten im Landkreis fallen jedes Jahr wieder Arbeiten an. Wer gerne mitarbeiten möchte, soll sich bitte in der Geschäftsstelle in Traunstein melden, Tel. 0861 12297.


Trittsteinbiotope an der Ischler Achen

Es ist es uns gelungen, noch ein weiteres Ufergrundstück an der Ischler Achen zu erwerben, in Nachbarschaft zu den beiden Flächen, die wir schon vor zwei Jahren kaufen konnten. Wir können nun an einer längeren Uferstrecke etwas für die Bachmuschel tun, von der es hier ein gutes Vorkommen gibt. Die Absicht des von den beiden Landkreisen getragenen Projektes „Eggstätt-Hemhofer-Seenplatte – Seeoner Seen“ ist es, mittels Trittsteinbiotopen eine Verbindung zum Artenaustausch zwischen den beiden Naturschutzgebieten im Osten und im Westen zu schaffen. Hierfür liegen unsere Grundstücke strategisch sehr günstig: Wenn Heuschrecken, Libellen und Tagfalter von einem Biotop zum anderen wandern, landen sie bei uns nicht mehr auf Intensiv-Grünland, sondern wieder auf einer einschürigen, ungedüngten Feuchtwiese. Wir haben uns einiges vorgenommen, um unsere Flächen naturnäher zu gestalten, z. B. die Anlage von sogenannten „Seigen“ (feuchte Geländemulden). Auch im benachbarten Pavoldinger Moos sind wir durch den Erwerb zweier weiterer Moorgrundstücke mit unseren Renaturierungsplänen vorangekommen. Wir danken an dieser Stelle ganz besonders der Projektbetreuerin Frau Vroni Feichtinger, die auch in diesem Jahr wieder eine Führung auf unseren Flächen im Rahmen von BayernTourNatur anbieten wird.