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Palmöl vermeiden

Palmöl ist fester Bestandteil unseres Alltags: Es steckt in jedem zweiten Supermarktprodukt. Doch es ist nicht nur in unseren Lebensmitteln zu finden, sondern auch in Futtermitteln, in Wasch- und Reinigungsmitteln sowie Kosmetikprodukten. Außerdem werden in Europa 46% der gesamten Palmöl Importe zur Energiegewinnung verbrannt, der größte Teil als Beimischung zu Biodiesel. Die jährliche steigende Nachfrage führt dazu, dass sich die Palmölerzeugung seit 1990 verdreifacht hat. Doch warum ist Palmöl so beliebt, doch gleichzeitig so schlecht für unser Klima?

Die Ölpalme ist die ertragreichste und sparsamste Ölfrucht, was den Flächenverbrauch betrifft. Sie produziert beispielsweise acht Mal mehr Öl als Soja.

Der zweite Punkt, der das Palmöl unschlagbar macht, ist, dass es in vielen Anwendungsbereichen technisch kaum zu ersetzen ist. Es hat einen hohen Schmelzpunkt, weshalb es bei Raumtemperatur zwar fest, aber trotzdem streichfähig ist. Es wird daher gern für Kakaoglasuren, Eiskonfekt und Schokoladenfüllungen verwendet. Hinzu kommen kakaohaltige Brotaufstriche, bei denen man in Deutschland von 24.240 Tonnen Palmöl in diesen Nahrungsmitteln ausgeht. Palmöl ist das mit Abstand billigste Pflanzenöl auf dem Weltmarkt, wodurch es daher für die Industrie zum idealen Rohstoff geworden ist, um daraus billige Massenware herzustellen.

Aber nicht ohne Grund, wird im Zusammenhang mit Palmöl das Schlagwort „grüne Wüste“ verwendet. Um Platz für Ölpalmplantagen zu schaffen, werden überwiegend Regenwälder abgeholzt. Schon jetzt breiten sich riesige industrielle Ölpalm-Monokulturen weltweit auf etwa 27 Millionen Hektar in den Regenwaldgebieten aus - dies entspricht drei Viertel der Fläche Deutschlands. Dadurch wird die enorme natürliche Vielfalt verschiedenster Tier- und Pflanzenarten vernichtet. Auch bringen diese riesengroßen Plantagen soziale Folgen mit sich: die Einwohner in den Anbaugebieten verlieren ihr angestammtes Land an die Palmölkonzerne und werden oft gewaltsam vertrieben. Allein in Indonesien, dem Hauptanbaugebiet neben Malaysia, gibt es mehr als 700 Landkonflikte im Zusammenhang mit der Palmölindustrie.

Doch wie sieht es mit Bio-Palmöl aus?
Die Pflanzen wachsen zwar auch auf Plantagen, aber diese sind meist kleiner und stehen überwiegend auf Land, das bereits vorher landwirtschaftlich genutzt wurde. In hunderten Bioprodukten der bekannten Hersteller wie Alnatura, Rapunzel usw. ist das Öl vorhanden, welches aber ohne den Einsatz von Pestiziden, chemischen Düngemitteln und Gentechnik hergestellt wird. Des Weiteren darf für den Bio-Anbau kein Primärwald gerodet oder abgebrannt werden.
Dies ist jedoch nicht der Fall, wenn das Palmöl nach RSPO-Kriterien angebaut wird (Runder Tisch für nachhaltiges Palmöl). Sie schließen die Rodung von Waldflächen nicht ausdrücklich aus. Noch dazu kommt, dass RSPO den Klimaschutz nicht berücksichtigt, die Indigenen vertreibt und die Verwendung hochgefährlicher Pestizide erlaubt.
Doch trotz einiger Schwächen ist RSPO derzeit die einzige ernstzunehmende Organisation zum Thema nachhaltigen Palmölanbau.
Der einzige Lösungsweg, den die Politik bisher vorschlägt ist, ab 2030 kein Palmöl mehr für Biokraftstoff zu zulassen. Doch bis 2019 kann die Produktion sogar noch erhöht werden.
Bis dahin werden noch viele, viele Hektar Regenwald abgeholzt und dadurch Lebensräume zerstört.

Was ist nun also die Lösung?
Umweltverbände halten eine Reduktion der Palmölproduktion von 60-80% mittelfristig für möglich. Erreicht werden kann dies durch den Verbot von Palmöl als Treibstoff (50%), die Verbannung aus Mastfuttermitteln (10%) und sanft wirksame Maßnahmen in den Bereichen chemisch-industrielle Nutzung. Die Alternativen wie Raps- und Sonnenblumenöl oder Milchfett würden somit ein Viertel des heutigen Verbrauchs übernehmen.
Die Reduktion von Palmöl (ob bio oder konventionell) scheint daher der einzige Weg zu sein.

Lisa Fischbacher