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Torf im Garten

In fast allen käuflichen Blumenerde-Mischungen ist Torf enthalten. Er trägt durch seine grobfaserige Struktur zur Bodenbelüftung bei und kann das vier- bis zehnfache seines Gewichtes an Wasser speichern. Diesen positiven Eigenschaften stehen aber auch viele negative gegenüber:

  • Torf versauert den Boden, dadurch können Schwermetalle freigesetzt und von den Pflanzen aufgenommen werden. Dies ist besonders im Gemüse- und Kräutergarten nachteilig.
  • Wenn Torf einmal ausgetrocknet ist, verliert er seine wasserspeichernde Fähigkeit
  • Torf enthält kaum Nährstoffe und trägt wenig zum Pflanzenwachstum bei. Darum werden viele käufliche Torfsubstrate mit Kunstdüngern versetzt.
  • Pflanzen, die mit einer Torfdecke über den Winter gebracht werden, neigen zu einem frühen Austreiben und sind somit spätfrostgefährdet

Der in unserem Gärten und im Landschaftsbau eingesetzte Torf wird in Hochmooren gewonnen, die über Zehntausende von Jahren gewachsen sind. Durch den großflächigen Frästorfabbau werden nicht nur in Deutschland, sondern vor allem auch in den großen Moorflächen Skandinaviens und Osteuropas heute noch intakte Hochmoore irreversibel zerstört. Seltene Tier- und Pflanzenarten verlieren ihren Lebensraum. Auch aus diesem Grund sollte man Torf im Garten nur sehr sparsam einsetzen oder besser ganz darauf verzichten.

Alternativen sind:

  • Bodenverbesserung und Düngung mit Kompost
  • Selbstgemischte Erden aus reifer Komposterde, Rindenhumus und Sand
  • Abdecken der Pflanzen im Winter mit Stroh und Laub
  • Durchlüftung und Düngung des Bodens mit einer Gründüngung aus Klee, Luzerne oder Wicke
  • Mulchen mit Grasschnitt oder Rindenkompost
  • Rindenkompost kann wegen seines erhöhten Säuregehaltes auch anstelle von Torf für Rhododendren- und Erikabeete verwendet werden

Nach wie vor nicht verzichten kann man auf Torf bei der Sämlingsanzucht und beim Pikieren. Aber wer sich auf die dafür benötigten geringen Mengen beschränkt, leistet einen wichtigen Beitrag zum Schutz der Natur und Landschaft.

Weitere interessante Links finden Sie unter folgendem Artikel:

Garten ohne Torf

Torffreie Erden

Es gibt inzwischen in praktisch jedem Gartencenter auch torffreie Erde, z.T. als "Bioerde" gekennzeichnet.