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Praktikumswoche mit der Johannes-Vatter-Schule

Schon zum dritten Mal war im April 2010 eine Schülergruppe der Johannes-Vatter-Schule aus Friedberg (Hessen) beim Bund Naturschutz in Traunstein für eine Praktikumswoche zu Gast.  Dieses Mal stand das Thema „Streuobst“ im Mittelpunkt. Streuobstanlagen waren in vielen deutschen Kulturlandschaften, auch bei uns im Alpenvorland über Jahrhunderte landschafts- und ortsbildprägend. Leider sind sie nach dem 2. Weltkrieg stark zurückgegangen, weil sie viel Handarbeit erfordern und durch die Konkurrenz der Obstplantagen nicht mehr wirtschaftlich sind. Heute setzen sich Landschaftspflege- und Umweltverbände wieder stark für Neupflanzungen ein. Streuobstwiesen bringen nämlich nicht nur regional angepaßte und für viele Verwendungszwecke geeignete Früchte hervor, sondern sie sind auch einmalige Biotope. Sie bieten Lebensraum für viele Vogelarten, für Siebenschläfer und Fledermäuse,  für Wildbienen und Hornissen. All dies erfuhren die Schüler auf einem Bauernhof in Taching, wo sie unter Anleitung von Jürgen Sandner vom Landschaftspflegeverband Traunstein 21 Obstbäume und mehrere Feldhecken pflanzten und in die Geheimnisse des Pflanzschnitts eingeführt wurden.

Vertieft wurden die gewonnenen Eindrücke bei einem Besuch im Obstgarten des Imkers (und Vorstandsmitglieds der BN-Kreisgruppe) Alfons Baumgartner. Hier gab es eine Einweisung in den Erziehungsschnitt an bereits früher gepflanzten Bäumen und auch Informationen über das Leben der Honigbienen und  die unschätzbare Bedeutung der Bienen für die Befruchtung von Wild- und Kulturpflanzen – und natürlich eine Brotzeit mit Honigbrot und Apfelmost.

Die Woche wurde abgerundet durch eine Schwend-Aktion auf einer Niederalm in Unterwössen und Besuche im Ödmoos und auf der Renaturierungsfläche am Tüttensee, die sich seit den Arbeitseinsätzen der Johannes-Vatter-Schule im Jahr 1997 prächtig entwickelt hat.

Der Bund Naturschutz dankt allen, die zum Gelingen der Projektwoche beigetragen haben, insbesondere Jürgen Sandner (Landschaftspflegeverband) für die fachliche Unterstützung und der Familie Jahncke für die gute Unterbringung der Gruppe in ihrem Landhaus in Manholding.  Die Organisation lag in den Händen von Hermann Eschenbeck.

Foto: BN
Foto: BN