MenuKreisgruppe TraunsteinBUND Naturschutz in Bayern e. V.

Güterterminal im Landkreis Traunstein

Güterterminal auf Eis gelegt

Wie das Eisenbahnbundesamt mitteilte, sind die Planungen für ein Güterterminal im Landkreis derzeit auf Eis gelegt.


Güterterminal Hufschlag

Nachdem aus technischen Gründen die Planungen für ein Güterterminal im Haidforst wohl nicht weiter verfolgt werden, wird nun nach einem neuen Standort gesucht. Obwohl auf alle Nachfragen nach dem Bedarf und den künftigen regio­nalen Nutzern das Landratsamt bzw. die Wirtschafts-Förderungs-GmbH keine befriedigende Antwort geben konnten, beharrt man weiter auf einem neuen Terminal.
Der Standort soll nun in Hufschlag an der Staatsstraße nach Waging in unmittelbarer Nähe zur Umfahrung Traunstein liegen. Das dort liegende Bahngleis ist aber nur ein Nebengleis, darum plant man mit einem aufwändigen Neubau durch den Wald den Anschluss an die Strecke München-Salzburg. Bisher wird ein Flächenbedarf von 7-10 Hektar angegeben, aber das wird bei weitem nicht ausreichen, im Haidforst hatte man das Dreifache geplant.
Betroffen von all diesen Baumaßnahmen sind neben dem Staatsforst vor allem private Grundbesitzer, die Gemeinde Surberg, der Wasserbeschaffungsverband Surgruppe (Trinkwasserbrunnen und Trinkwasserschutzgebiet!) und die Forstberechtigten. Betroffen ist auch ein wertvolles und international geschütztes Hochmoor: Das Ödmoos wurde in über 10-jähriger Arbeit vom BN auch mit großem finanziellen Aufwand mühevoll saniert und ist nun massiv durch Baumaßnahmen im Moorkörper gefährdet! Das werden wir so nicht hinnehmen! Alle bisherigen Proteste haben das LRA nicht beeindruckt, der Antrag an das Eisenbahnbundesamt wurde trotzdem abgeschickt. Nun muss die Entscheidung von dort abgewartet werden, aber sollte sie pro Terminal ausfallen, dann wird es einen Proteststurm geben – die Allianz gegen die Planungen steht!


Leserbrief zum Artikel im Traunsteiner Wochenblatt

Das Ödmoos in unmittelbarer Nachbarschaft zum neuen geplanten Standort Hufschlag

"Wir brauchen ein Terminal von den Alpen" vom 22.04.12" im Traunsteiner Wochenblatt

Nachdem der Standort im Haidforst zwischen Traunstein und Nußdorf für ein überdimensioniertes Güterterminal wohl endgültig gestorben ist, ist nun an der Waginger Straße hinter Hufschlag ein neuer Wunschstandort auserkoren worden. Obwohl mit dem Bau eines Terminals in Burghausen, einer Güterumladeanlage in Traunreut und dem stetigen Ausbau des Terminals in Salzburg der Bedarf rapide sinkt, werden die unsinnigen Pläne nicht begraben. Auch in Hufschlag soll nun auf über 7 ha Fläche Wald für die baulichen Anlagen gerodet werden. Hinzu kommt noch der Flächenverbrauch für die neue Gleisverbindung zwischen dem Waginger Gleis und der Hauptstrecke nach Salzburg, weitere Waldflächen werden sicherlich für Lagerflächen, Betriebsgebäude, Zufahrtsstrassen etc. geopfert werden müssen und der Zuzug von weiterem Gewerbe ist nicht ausgeschlossen - ein Fass ohne Boden. Wenn täglich ein Zug mit 500-600 Metern Länge zusammengestellt werden soll, kommen die Güter sicher nicht nur aus der Region, der Verkehr wird also nicht abnehmen, sondern zunehmen!

Direkt betroffen von diesen Planungen ist aber auch das Ödmoos, ein wertvolles ,  überregional bedeutsames und durch die EU als FFH-Gebiet geschütztes Latschen-Hochmoor, das nicht nur im Randbereich direkt überplant würde, sondern dessen Wasserkörper durch die Baumaßnahmen direkt betroffen wäre.  Hier hat der Bund Naturschutz gemeinsam mit dem Staatsforst seit Jahrzehnten die Renaturierung vorangetrieben und viel Arbeit und Geld investiert. Nun ist der Wasserkörper soweit saniert, dass das Moor wieder wächst und wertvolle Tier- und Pflanzenarten sich etablieren konnten. Eine Beeinträchtigung dieses Hochmoores ist nach nationalem und internationalem Recht verboten und der Bund Naturschutz wird sich mit allen Mitteln dagegen wehren.

Beate Rutkowski