MenuKreisgruppe TraunsteinBUND Naturschutz in Bayern e. V.

Windkraft

Aus für die Windkraft im Landkreis?

Bei der Fortschreibung des Regionalplanes 18 wurden 68 Vorranggebiete für Windkraftanlagen vorgeschlagen. Aber nun müssen bei einer Windradhöhe von 200 m, wie sie heute üblich und wirtschaftlich ist, zur nächstgelegenen Siedlung 2km Distanz eingehalten werden, außer wenn eine Anlage in einer Kommune ausdrücklich gewünscht ist . Im Landkreis Traunstein gibt es nach heutigem Kenntnisstand wohl keinen einzigen Standort, der diese Bedingung erfüllt. Der im Jahr 2013 vom Kreistag beschlossene „Energienutzungsplan für den Ausbau der Erneuerbaren Energien zur Stromerzeugung“ hatte einen Windenergieanteil von 20% vorgesehen. Dieser Plan ist jetzt Makulatur, ähnlich sieht es bayernweit aus. Der BN wird sich weiterhin gegen die generelle Aushebelung der Windenergie einsetzen.


Leserbrief zum Artikel "77 Vorranggebiete für die Windkraft" am 21.11.12

Energiewende ohne Windkraft nicht zu schaffen

Wenn wir die Energiewende wirklich schaffen wollen, dann müssen wir neben einer deutlichen Energieeinsparung vor allem auch die dezentrale Erzeugung erneuerbarer Energien vorantreiben. Doch keine erneuerbare Energie ist ohne Eingriffe in Natur und Landschaft zu erhalten, es ist also darauf zu achten, dass ein größtmöglicher Nutzen bei geringstmöglichem Eingriff zu erzielen ist.
Hier sind große Windkraftanlagen klar im Vorteil, denn der Flächenverbrauch ist im Verhältnis minimal, die Auswirkungen auf Tierarten können durch eine geeignete Standortwahl minimiert werden.
Bisher ist Bayern bei der Produktion von Windenergie Schlusslicht, obwohl es genügend auch ökologisch vertretbare Standorte gäbe. Und nun wird der  Ausbau der  Windkraft  vor Ort durch die Beschlüsse des regionalen Planungsverbandes praktisch unmöglich gemacht, denn nahezu alle windhöffigen Standorte sind ohne eine Vorplanung von vorne herein gestrichen worden. Statt dessen wird auf ökologisch gesehen katastrophale und teure Wasserkraftprojekte an der Salzach und an der Tiroler Achen gesetzt und der Ausbau der viele Milliarden teuren Stromautobahnen von Nord nach Süd durch den Ausbau der off-shore-Anlagen in Nord- und Ostsee in Kauf genommen. Und die steigende Zahl von großen Biogasanlagen bringt unter dem Strich ebenfalls mehr Probleme, als Nutzen.

Der Klimawandel schreitet unaufhaltsam voran, große Anstrengungen sind erforderlich,  dabei dürfen wir aber das  Ziel der Nachhaltigkeit nicht aus den Augen verlieren. Darum wird sich die Bevölkerung sicher noch an manches Windrad und manche Freiflächen-Photovoltaik-Anlage auch in unserer Region gewöhnen müssen. Ohne geht es nicht! Und wir müssen endlich handeln und den Bau von Windkraftanlagen vorantreiben und nicht endgültig ausbremsen, nur um damit die Stromproduktion andernorts weiterhin den Konzernen zu überlassen. Bürgerwindräder bringen nicht nur dezentrale Energie,  sondern auch regionale Wertschöpfung.  
Der wichtigste Beitrag zur Energiewende aber wird immer sein: Energieverbrauch reduzieren!

Beate Rutkowski
1. Vorsitzende
Bund Naturschutz Traunstein


Mehr Windenergie im Landkreis Traunstein

Windräder in Palling

Seit Sommer 2005 drehen sich in der Gemeinde Palling zwei Windräder mit einer Nabenhöhe von 100 Metern und einer Nennleistung von 3,8 MW.
Mit diesen Windrädern wird seither im Durchschnitt ein jährlicher Stromertrag von 4,66 Mio kWh erzielt. Damit drehen sich zusammen mit den drei Schnaitseer Windrädern bereits 5 Windkraftanlagen im Landkreis. Das ist ein bedeutender Beitrag zur Energiewende! Der Bund Naturschutz plädiert dafür, dass weitere Windkraftanlagen im Landkreis errichtet werden.

Darum unterstützt der BN Traunstein das "Aktionsbündnis für Bürgerwindräder". Windenergie ist eine besonders ökologische Form der Energieerzeugung, da im Verhältnis nur wenig Fläche verbraucht wird, keine Emissionen beim Betrieb entstehen und die Anlagen in kürzester Zeit mit verhältnismäßig geringem Aufwand wieder abbaubar sind. Das Modell der Bürgerbeteiligung bietet die Möglichkeit der Mitentscheidung, des Mitverdienstes und der Wertschöpfung vor Ort. Das ist die Grundvoraussetzung für die Akzeptanz vor Ort, die bei Projekten externer Investoren nur schwer zu erreichen ist. Weitere Infos über die Aktivitäten finden Sie unter
www.bürgerwindräder-traunstein.de