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Stellungnahme zum Bebauungsplan Agri-PV-Anlage Übersee

Am 6. April 2025 kommt es zu einem Bürgerentscheid zum Bebauungsplan Agri-PV-Anlage in Übersee. Der BUND Naturschutz Traunstein begrüßt nach gründlicher Prüfung der Unterlagen diese Planung. Die Anlage von PV-Modulen ist nicht mir Bauwerken zu vergleichen, die einen flächendeckenden Eingriff bedeuten, sondern es werden nur flächensparende Bodenanker gesetzt. Unter den Modulen kann sich der Boden gut erholen, sofern die Flächen extensiv beweidet werden, dazu werden neue Biotopstrukturen geschaffen, die als Trittsteinbiotope eine wichtige Funktion erfüllen. Zudem ist es wichtig, dass die Netzeinspeisung hier geregelt ist und der Strom abgenommen werden kann, was nicht überall im Landkreis möglich ist. Unsere ausführliche Stellungnahme finden Sie nachfolgend:

Der BUND Naturschutz begrüßt die Erzeugung erneuerbarer Energien durch PV-Anlagen, die Doppelnutzung von Energieerzeugung und landwirtschaftlicher Nutzung zur Erzeugung von Nahrungsmitteln ist dabei zu bevorzugen vor der Überbauung von naturnahen Biotopen.

Die betroffenen Flächen in Übersee wurden bisher als intensives Grünland genutzt, im Zentrum steht eine alte Eichengruppe, die auf jeden Fall erhalten bleiben soll und durch die Baumaßnahmen nicht beeinträchtigt werden darf. Die Pflanzung breiter Hecken als Eingrünungsmaßnahme wird begrüßt.

Im Nordosten des Gebietes konnten entlang der Bahnstrecke Zauneidechsen nachgewiesen werden. Dies ist entlang von Gleiskörpern immer zu erwarten, da sie ein geeignetes Habitat darstellen. Auch mit dem Vorkommen von Schlingnattern muss gerechnet werden. Es ist daher sinnvoll, den nördlichen Streifen entlang der Bahnlinie von Gehölzstrukturen freizuhalten und damit Verschattung zu vermeiden. Allerdings wäre hier die Anlage von Strukturen für Reptilien sinnvoll wie z. B. Totholzhaufen als Versteck und Überwinterungshabitat und Sandhaufen zur Eiablage.

Die Fläche soll zu einer artenreichen Weidefläche extensiviert werden, im zentralen Bereich sollen jedoch neben dem Bereich der Baumgruppe auch besonnte Bereiche nicht überbaut werden. Hier könnten sich lichtliebende und nährstoffempfindliche Wiesenarten etablieren, wenn diese Flächen nur temporär beweidet werden. Mit dem Beweidungskonzept besteht Einverständnis. Insbesondere der Erhalt von 5 % Altgrasstreifen dient dem Erhalt von Überwinterungsstrukturen für Insekten. Die Nutzung durch einen Biolandwirt führt zu einer Extensivierung der Fläche und zu einem reduzierten Nährstoffeintrag. Der zentrale Bereich um die Eichengruppe, der nicht mit Modulen überbaut wird, sollte nur schonend und nicht vor Ende Juni beweidet werden, um hier stickstoffmeidende Blühpflanzen und Frühblüher etablieren zu können.

Laut Kartierdaten aus dem Landkreis Traunstein kommen auf dieser Fläche keine Kiebitze vor, sondern eher nördlich der Bahnlinie in Richtung Autobahn. Eine Scheuchwirkung ist daher eher ausgeschlossen, das bisherige Intensiv-Günland ist auch für diese Vogelart eher ungeeignet als Brut-Lebensraum.

Die grundsätzlichen Forderungen des BN zum Bau von PV-Anlagen wie unversiegelte Zufahrtswege, Durchlässigkeit der Zäune für Kleinsäuger, besonnte Freiflächen in der Modulanlage, die Gründung der Module per Bodenanker ohne Sockelbauten und die Extensivierung der Fläche sind im Bebauungsplan enthalten.

Der BUND Naturschutz begrüßt zudem die Gründung einer Genossenschaft, um die Bürgerbeteiligung bei der Energieerzeugung zu ermöglichen und Gewinne in der Region halten zu können.

Gegen die Planung werden keine Einwände erhoben, um Berücksichtigung unserer Anregung hinsichtlich des Artenschutzes wird gebeten.