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Bund Naturschutz gegen neues Gewerbegebiet im Haidforst!

Im Juli 2017 hat der Traunsteiner Stadtrat beschlossen, ein künftiges Gewerbegebiet im Traunsteiner Norden (Haidforst) auszuweisen und dieses mit einer Verbindungsstraße und einem Kreisverkehr an die B 304 anzuschließen.

 

Bund Naturschutz gegen neues Gewerbegebiet im Haidforst

Foto: BN

20.12.2017

Als erstes wird eine Flächennutzungsplanänderungen für den Bau dieser Straße durchgeführt werden. Außerdem soll das Gewerbegebiet bis zur nördlichen Gemarkungsgrenze erweitert werden. Die Kosten für den Straßenbau werden mit 2,2 Mio angegeben.
Als Grund wird vor allem die schwierige und gefährliche Einmündung der Kotzinger Straße in die Wasserburger Straße angegeben.

Der Bund Naturschutz lehnt diese Planungen aus vielen Gründen ab:

  • Mit dem Neubau einer Straße durch den Haidforst und die Anbindung an die B 304 ist die Ausweisung des gesamten Gebietes als Gewerbefläche vorprogrammiert!
  • Der Bedarf für so viele neue Gewerbeflächen ist bisher nicht nachgewiesen, auch die neuen Gewerbeflächen im Süden der Stadt sind bisher nicht alle verkauft. Weiterer unnötiger Flächenverbrauch muss verhindert werden!

  • Es ist zu befürchten, dass das Angebot einer schnellen Verbindung und einer problemlosen Einfahrt in die B 304 durch einen Kreisverkehr den Verkehr (insbesondere den Lkw-Verkehr) auch aus Richtung Nussdorf und Wolkersdorf anziehen wird. Auch die Ansiedelung neuer Gewerbegebiete bringt neuen Verkehr mit sich. Die Folge wäre eine zusätzliche Belastung z.B. von Kotzing.
    Alle Auswirkungen einer neuen Verbindung auf die gesamten Verkehrsströme im Traunsteiner Norden wurden bisher nicht untersucht!

  • Ein großer Teil des gesamten Waldgebietes ist als Naturwaldparzelle geschützt. Schon einmal wurde für die Ausweisung von Gewerbeflächen ein Teil der Naturwaldparzelle geopfert und das Schutzgebiet verschoben. Der Bund Naturschutz befürchtet nun weitere Eingriffe in das Schutzgebiet oder gar die völlige Aufgabe!

  • Der bisher noch zusammenhängende Haidforst dient nicht nur zur Erholung, sondern er ist auch durch die Produktion von kühler und feuchter Frischluft besonders im Sommer wichtig für das Klima im nördlichen Stadtgebiet.

  • Der Traunsteiner Stadtwald ist in den letzten Jahrzehnten in einen wertvollen Mischwald umgewandelt worden, der auch ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für Traunstein ist. Gerade die ebenen und gut zugänglichen Flächen im Norden der Stadt leisten einen wichtigen Beitrag für das Ziel einer insgesamt kostendeckenden Holznutzung. Der Verlust dieser Waldflächen wird den Haushalt des Stadtforstes negativ beeinflussen.

  • Die vom Ingenieurbüro genannten Kosten von 2,2 Millionen hält der Bund Naturschutz für viel zu niedrig. Denn es müssen nicht nur die Straßenbau- und Erschließungskosten berücksichtigt werden, sondern auch die Kosten für den nach dem Waldgesetz notwendigen waldbaulichen Ausgleich. Waldflächen müssen bei Verlust 1:1 ausgeglichen werden, dafür werden wohl weitere Grundstückskäufe notwendig werden.

  • Erste Verkehrszählungen in 2017 haben ergeben, dass etwa 8000 Lkws, Busse und Pkws mit Anhänger den Bahnübergang Empfing pro Woche passieren, insgesamt sind es 38.000 Kraftfahrzeuge pro Woche.
    Diese Verkehrsmenge ist an vielen anderen Kreuzungen in Traunstein ebenfalls zu messen, mit einer verkehrsregelnden Dauerampel könnten hier alle Gefahren und die langen Wartezeiten für Lkw-Fahrer entschärft werden!

  • Verbesserungen für die Zufahrt zur Fa. Schaumeier müssen im Bestand erfolgen (moderate Straßenverbreiterungen, Änderung der Parkregelungen in der Industriestraße und Kotzinger Straße, Bereitstellung von Parkflächen durch die anliegenden Firmen). Der Straßenneubau durch den Haidforst darf nicht die vermeintlich einzige Möglichkeit für die Verbesserung der Verkehrsprobleme sein!