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Hornissen interessante Tiere - zu Unrecht verfolgt

Die Hornisse (Vespa crabro) ist mit ihrem bis zu vier Zentimeter großen Königinnen die größte in Deutschland vorkommende soziale Wespenart. Sie gehört zur Familie der Echten oder Falten-Wespen (Vespidae), die wiederum zusammen mit den Bienen und Hummeln zu der großen Gruppe der Hautflügler (Hymenoptera) zählt.

Hornissen sind eine nach dem Bundesartenschutzgesetz geschützte Art. Sie dürfen weder gestört, belästigt, beeinträchtigt oder getötet werden.

Lebensweise

Die begatteten Königinnen beginnen in der Regel ab Mitte Mai in hohlen Bäumen, selten auch in der Erde, mit dem Bau eines bis zu 60 cm großen Nestes aus morschem Holz und Speichel. Dort legt sie ihre Eier ab. Bis zum Spätsommer umfasst ein Hornissenvolk dann einige hundert Tiere.

Hornissen ernähren sich von Nektar, Obst  und süßen Baumsäften, während die Larven mit dem Fleisch erbeuteter Insekten gefüttert werden. Zu ihrem Beutespektrum zählen auch kleinere Wespenarten und zahlreiche Forst- und Gartenschädlinge, wie z.B. der Apfelwickler. Ein großes Hornissenvolk kann bis zu 500g Insekten pro Tag vertilgen. Bienen werden in der Regel nicht gefressen, lediglich im Spätsommer werden hin und wieder Sammlerinnen im Flug gefangen. Für Imker und ihre Bienenvölker stellen Hornissen daher keine Bedrohung dar.
Hornissen sind Tag und Nacht auf Nahrungssuche und verirren sich auch manchmal in Wohnungen. Die friedlichen Tiere sind keineswegs gefährlich und können vorsichtig mit einem Papier zum offenen Fenster wieder hinausgeleitet werden.

Im Spätherbst sterben die Arbeiterinnen und Männchen, sowie die alte Königin. Wie bei Hummeln und allen anderen sozialen Wespen überwintern nur die jungen und voll entwickelten Weibchen  im Erdreich oder im morschen Holz und gründen im nächsten Frühjahr einen neuen Staat.

Nur wenn die natürlichen Nistmöglichkeiten nicht ausreichen, beziehen die Hornissen auch Ecken auf Dachböden oder die für sie viel zu kleinen Vogelnistkästen.

Sind Hornissen gefährlich?

Hornissen sind weniger lästig, als z.B. die bei uns häufige Gemeine Wespe, da sie nicht von süßen Speisen und Getränken angezogen werden. Die Gefahr z.B. für Kinder, in den Mund gestochen zu werden, ist kaum gegeben. Hornissen sind friedlich, ruhig und berechenbar und verteidigen höchstens ihr Nest, wenn es an-gegriffen wird. Das Gift der Hornissen ist nicht giftiger als das anderer Wespen. Um einen gesunden, erwachsenen Menschen ernsthaft zu gefährden, bräuchte es mehrere hundert Hornissenstiche. Eine Ausnahme besteht nur für Allergiker, die auch auf auf einen Bienen- oder Wespenstich oft mit anormalen Überreaktionen reagieren.

Hornissenschutz

Hornissennester sollten daher in Ruhe gelassen werden, auch in der Nähe des Menschen (Dachböden, Schuppen) besteht keine Gefahr. Da Hornissen unter Naturschutz stehen, ist eine Zerstörung der Nester strikt verboten.
Eventuell anfallender Schmutz unter den Nestern durch Kot der Tiere, herausgefallene Nahrungsreste oder tote Tiere und Larven kann mit einer Schicht aus Zeitungspapier oder Packpapier aufgefangen und entfernt werden.
Falls eine Umsiedelung aber unumgänglich sein sollte, gibt die Untere Naturschutzbehörde oder der Bund Naturschutz Traunstein gerne Auskunft.

Wenn man Hornissen im Garten ansiedeln möchte, empfiehlt sich ein Holzkasten mit einem Innenmaß von ca. 30x30x60 cm. Das Einflugloch sollte nach Süden ausgerichtet sein und an einer warmen Stelle in ca 4 Metern aufgehängt werden. Ideal ist eine Klappe zur Entnahme des alten Nestes, die im zeitigen Frühjahr erfolgen sollte.

 

Infos über diese eigentlich friedlichen Insekten können Sie auch im BN-Ökotipp Hornissen nachlesen.