MenuKreisgruppe TraunsteinBUND Naturschutz in Bayern e. V.

Wildkatze

Foto: Thomas Stephan/BUND

Die Europäische Wildkatze (Felis silvestris silvestris) ist unsere heimische Katzenart, die in Bayern durch jagdliche Verfolgung ausgestorben war. 1984 startete der BUND Naturschutz in Bayern e.V. eine Wiedereinbürgerungsaktion v.a. im Spessart. Es dauerte viele Jahre, bis sie sich etablierte und neue Lebensräume besiedelte. Erste Nachweise südlich der Donau im Raum Augsburg waren der Anlass, die Wildkatzenvorkommen in Bayern genauer unter die Lupe zu nehmen.

Zu diesem Zweck waren das Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, die Bayerischen Staatsforsten (BaySF) und der BUND Naturschutz (BN) jeweils im Spätwinter 2013, 2014 und 2015 – in diesem Jahr erstmals auch in Südbayern ‐ gemeinsam dieser sehr seltenen Waldbewohnerin auf der Spur.

Auch die Kreisgruppe Traunstein hat sich an diesem großen bayernweiten Projekt beteiligt. Rund um Traunstein wurden sowohl auf Gebiet der BaySF, als auch auf einem Standort des Traunsteiner Stadtwaldes sieben Lockstöcke aufgestellt und von Beate Rutkowski, Hermann Eschenbeck und Theresa Biller (die über das Projekt eine Seminararbeit am AKG Traunstein angefertigt hat) von Februar bis April wöchentlich kontrolliert.

Bei diesen Kontrollen wurden lediglich einigemale Hauskatzenhaare gefunden, die Wildkatze ist noch nicht bis in unsere Region vorgedrungen.

Trotzdem bestätigt das Ergebnis bayernweit deutlich, was wir bereits vermutet haben, nämlich dass sich die Wildkatze – gerade im Moment und auch noch begleitet von unseren Lockstöcken - von Nordbayern aus langsam in Richtung Süden ausbreitet. Auch in Nordbayern war es vor etwa zehn Jahren nicht anders: jahrelang wurden Lockstöcke eingesetzt und - mitunter frustrierend - kein Nachweis erbracht. Dann aber erfolgte ein sprunghaftes Ansteigen. Damit ist die Erfassung 2015 eine unschätzbar wichtige Vergleichsbasis für Südbayern, die wir möglichst in drei Jahren unbedingt großflächig wiederholen sollten.

Weiter Infos zu diesem Projekt und die Presseerklärung des BUND Naturschutz finden Sie hier...

 

 

Foto: Hermann Eschenbeck
Foto: Thomas Stephan/BUND