Der Traunsteiner Ernährungsrat

Wir sind ein loser Zusammenschluss vieler an einer regionalen, ökologischen und gesunden Ernährung interessierter Gruppen, Vereine, Verbände und Einzelpersonen. Wir setzen nicht auf feste Strukturen, sondern auf die Netzwerke, die für einzelne Projekte immer wieder mit neuen Akteuren und Akteurinnen geknüpft werden.

Unsere Arbeitskreise und die dafür benannten Sprecher und Sprecherinnen dienen der Organisation dieser Netzwerke.

Gegründet wurde der Ernährungsrat vom Bund Naturschutz Traunstein, der SlowFood-Regionalgruppe Traunstein und der Landtagsabgeordneten der Grünen Gisela Sengl.

Zweimal im Jahr gibt es eine Vollversammlung, bei der die einzelnen Akteure, Arbeitskreise oder Netzwerkgruppen über ihre aktuellen Aktivitäten berichten, weitere Ideen diskutiert werden und neu hinzugekommene sich aussuchen können, an welchem Thema in welcher Gruppe sie sich einbringen möchten.

Was wollen wir erreichen?

Wir wollen eine regionale und ökologische Lebensmittelerzeugung voranbringen. Vor allem auch in den öffentlichen Einrichtungen wie Schulen, Kitas, Altenheimen und Krankenhäusern sollen diese Erzeugnisse verstärkt eingesetzt werden. Möglichst alle Menschen im Landkreis sollen durch ein lokales Angebot wie Märkte oder Dorfläden die Möglichkeit haben, gesunde und klimafreundlich erzeugte Lebensmittel aus der Region täglich kaufen zu können. Die Schulen sollen die Ernährungsbildung in allen Schulformen und in allen Altersstufen verstärkt thematisieren, jede Schule sollte eine eigene Küche bekommen, um vor Ort selbst kochen zu können und die Schülerinnen und Schüler zum gemeinsamen Kochen animieren zu können.

Die heimische Gastronomie soll dazu angeregt werden, mehr regionale Bioprodukte anzubieten. Um die Abnahme von landwirtschaftlichen Produkten, vor allem der Bioprodukte zu erhöhen und den Landwirten und Landwirtinnen eine wirtschaftliche Sicherheit zu geben, soll eine Plattform eingerichtet werden. Diese Plattform soll allen Menschen: Verbraucher*innen, Wirt*innen, Köch*innen und Interessierten die Möglichkeit bieten sich jederzeit über das aktuelle Angebot informieren zu können. Außerdem soll sie einen Lieferservice anbieten und so den regionalen Einkauf auch für Großabnehmende erleichtert.

Zusätzlich setzen wir uns gegen Lebensmittelverschwendung und die Verpackungsflut ein.


Unsere Arbeitskreise

  • Ökologische und regionale Lebensmittelerzeugung

  • Auswirkung der Ernährung auf Natur und Klima

  • Ernährungsbildung: Gutes Essen will gelernt sein

  • Neue Wertschätzung für das Berufsbild Hauswirtschaft

  • Gastronomie mit Qualität aus der Region

  • Gemeinschaftsgärten und "Urban Gardening"

  • Praktische Umsetzung in Landkreis und Kommunen

Arbeitskreis Auswirkungen der Ernährung auf Natur und Klima

Folgende Punkte wurden beim Gründungstreffen gesammelt:

  1. Nachfrage nach Biofleisch aus der Region in Metzgereien steigern (auch ein Thema für die Erzeugergemeinschaft)
  2.  Absatzplattform für regionale Bioprodukte
  3. "Eventbauernmarkt" an wechselnden Orten, z.B. auf verschiedenen Höfen mit einem Verkaufswagen. Das würde Einkaufsfahrten vermeiden und allen im Landkreis bessere Einkaufsmöglichkeiten bieten.
  4. Diskussion, ob vegan wirklich gut fürs Klima ist. Am besten eine Schülerdiskussion mit Schülern für Schüler und Erwachsene
  5. konventionelle Wurst und Fleisch (z.T. weit transportiert) ist viel zu billig. Wie kann man das ändern?
  6. Wie können wir die Wertschöpfung in der Region (Landwirte, Verkauf, Handwerk) steigern?
  7. Nachfrage nach regionalem (Bio)käse steigern
  8. Einkaufstipps wie z.B. weniger Verpackung, weniger Tiefkühlprodukte etc, CO2-intensive Produkte vermeiden, vielleicht cool gestaltet von Schülern für Jugendliche
  9. "Unverpackt"-Laden in Traunstein anregen
  10. Infografik CO2-Bilanz der wichtigsten Lebensmittel im Vergleich (Bio und bio-regional und billig)
  11. Ab-Hof-Verkauf für Fleisch wieder aktivieren (Kilopakete zum Direktverkauf) und Adresslisten erstellen
  12. Mehr Dorfläden im Landkreis mit regionalen und/oder Bioprodukten
  13. Werbemittel für regionalen, fairen, unverpackten, umweltfreundlichen Einkauf mit Wertschöpfung für die Region (Plakataktion o.ä.)
  14. Diskussion und Information über Dezentralisierung der Lebensmittelproduktion, Inselbetriebe, verschiedene Einkommenskonzepte

Bioerzeuger in der Ökomodellregion Waginger See

Der Bund Naturschutz Traunstein und der Ernährungsrat Traunstein untersützen die Produktion und die Vermarktung regionaler Bioprodukte.

Wer sich also für heimische Bio-Produkte interessiert kann sich auf dieser Liste:Bioerzeuger*innen in der Ökomodellregion Waginger See informieren und Kontakt mit den Anbietern und Anbieterinnen aufnehmen.

Mittlerweile gibt es sogar kaltgepresste Bioöle aus der Region. Eine Verfeinerung eines jeden Salates ist gewiss!

 


Verpackungsmüll vermeiden

Viele von uns wissen mittlerweile, dass wir immer noch zu viel Einwegplastik verwenden. Nicht umsonst hat die EU eine Richtlinie erlassen, nach der alles Einweggeschirr abgeschafft werden muss.

Aber nicht nur im Fastfood-Bereich, sondern auch beim alltäglichen Einkauf werden wir von Lebensmitteln in Plastik begrüßt. Ein Ziel des Ernährungsrates ist es daher, dass viel weniger Verpackungsmüll entsteht.

Die Alternative sind selbst mitgebrachte Behälter, vom klassischen Jutebeutel, bis zum zu Schraubgläsern. In vielen Metzgereien und Supermärkten kann inzwischen Wurst und Käse in mitgebrachten Dosen verpackt werden. Als erstes im Landkreis Traunstein hat sich der Bioladen in der Gemeinde Kirchanschöring mit diesem Thema beschäftigt. Dort können viele Produkte in mitgebrachte Dosen abgefüllt werden. Verkauft wird meistens nach Gewicht. Einen interessanten Bericht über diesen Unverpacktladen im Landkreis lesen Sie hier.

Mittlerweile finden sich zwei weitere Unverpacktläden im Landkreis!
Der Bioladen "Werners Naturalien" in Prien bietet einen großen Teil seines Sortiments auch unverpackt an und mit "Moni's Rohkost - unverpackt" hat ein weiterer Unverpacktladen in Altenmarkt aufgemacht.

Mehr Informationen in der Rubrik: Ökotipp Einkaufen oder Nachhaltigkeit