Moore - Relikte der Eiszeit

Moore sind Flächen mit ständigem Wasserüberschuss, in denen organische Substanz unter anaeroben Bedingungen schneller gebildet, als abgebaut wird. Darum wachsen Moore im Laufe der Zeit und lagern organisches Material dabei ein.

Weltweit sind etwa 3 % der Erdoberfläche mit Mooren bedeckt, sie sind vor allem auf der Nordhalbkugel und entlang des Äquators zu finden. In Deutschland nehmen Moore 5 % der Bundesfläche ein, in Bayern sind es 4 % der Landesfläche (ca. 220 000 ha) .

Die Moore im Voralpenland sind nach der letzten Eiszeit entstanden. In den Verlandungsbereichen der Schmelzwasserseen (Urchiemsee, Salzburger See etc.) lagerte sich abgestorbenes Pflanzenmaterial ab, aus dem über die Jahrtausende meterhohe Torfschichten entstanden.

Hochmoore

Sind die Torfschichten so hoch, dass der Moorkörper keinen Kontakt zum Grundwasser mehr hat und nur noch aus Regenwasser gespeist wird, spricht man von einem Hochmoor. Das größte Hochmoor in unserem Landkreis sind die Kendlmühlfilze. Jahr für Jahr lagern sich weitere Torfschichten auf und das Hochmoor wächst ungefähr einen Millimeter pro Jahr.

Hochmoore oder Regenmoore sind mineralsalzarme, regenwasserabhängige und saure Lebensräume. Die Hauptpflanze ist das Torfmoos, das den Boden sauer macht. In diesem sauren Milieu werden abgestorbene Pflanzen nicht abgebaut, sondern als Torf im Boden eingelagert. Dabei werden große Mengen an Kohlenstoff sozusagen in der Erde versenkt, umgekehrt werden bei der Zerstörung von Moor und beim Abbau von Torf (z.B. für Blumenerde) große Mengen an Kohlenstoff wieder freigesetzt.

Pro Hektar Moor sind im Mittel 700 t Kohlenstoff gespeichert. In den weltweiten Mooren – 3 % der Erdoberfläche – sind 30 % des weltweiten bodengebundenen Kohlenstoffes gespeichert. Moorschutz und Moorrenaturierung sind also ein sehr wichtiger Baustein zum Klimaschutz!

Da Moore aber auch große Mengen an Wasser speichern können und damit auch Starkregenfälle abpuffern können, sind sie auch wichtig für den Hochwasserschutz. Torf kann 33x mehr Wasser aufnehmen, als er im trockenen Zustand wiegt.

Die in Bayern noch existierenden Hochmoore stehen meist unter Naturschutz, der größte Teil der ehemals vorhandenen Flächen ist aber im Laufe der letzten beiden Jahrhunderte entwässert und anschließend überbaut oder landwirtschaftlich genutzt worden.

Niedermoore

Im Gegensatz zu den Hochmooren sind Niedermoore vom Grundwasser gespeist, sie sind nährstoffreicher und daher auch viel artenreicher. Zu ihnen gehören z.B. auch die nassen Orchideen-, Trollblumen- und Iriswiesen in unserem Landkreis. Niedermoore sind meist nur teilweise geschützt. Sie werden oft weiterhin entwässert und landwirtschaftlich genutzt wie z.B. das Donaumoos oder in unserem Landkreis anmoorige Flächen im Achental, rund um die Kammerer Filzen oder im Surtal.

 

In Nieder- und Hochmooren leben bestimmte an diesen Lebensraum angepasste Pflanzenarten, die Nässe, Nährstoffarmut oder auch sauren Boden vertragen. Dazu gehören z.B. der Sonnentau, das Wollgras oder die Zwergbirke. Viele dieser Arten sind inzwischen in ihrem Bestand bedroht – der Erhalt der Moore dient also auch dem Artenschutz!

 

Unsere Kreisgruppe versucht seit ihrer Gründung vor fast 50 Jahren, zusammenhängende Moorflächen zu kaufen oder zu pachten, und arbeitet erfolgreich bei der Moor-Renaturierung, meist in Zusammenarbeit mit der Regierung von Oberbayern, dem LRA, dem Landschaftspflegeverband oder den Bayerischen Staatsforsten.

Mehr über die von uns gepflegten Moore erfahren Sie in der Rubrik: Moorrenaturierung! Jedes Jahr suchen wir im September und Oktober wieder fleißige Helfer*innen, die uns bei den Entbuschungsmaßnahmen tatkräftig zur Seite stehen. Sollten Sie Lust haben mitzuarbeiten, melden Sie sich gerne bei uns im Büro.

Wie Sie selbst in Ihrem Garten unsere Moore schützen können verraten Ihnen unsere Gartentipps!