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"Berge in Bewegung"

Der Vorsitzende der BUND Naturschutz-Gruppe Seeon-Seebruck-Truchtlaching, Richard Gruber, griff beim jüngsten Stammtisch das Thema „Veränderung der Alpen im Klimawandel“ auf. Er begann in der Zeit vor 300 Millionen Jahren, als sich die Kontinental-Platten von Afrika und Europa ineinander schoben und die Alpen entfalteten. „Die Erde ist nach wie vor in Bewegung, die Berge wachsen um einen Millimeter pro Jahr“, so Gruber.

23.03.2026

Aufgrund des Klimawandels und der zunehmend veränderten alpinen Bedingungen plädierte Gruber, der auch Umweltschutzreferent bei Deutschen Alpenverein (DAV) in Trostberg ist, für einen angepassten Bergsport. Forschungsergebnisse zeigten, dass sich der Klimaumschwung in den Bergen aufgrund stärkerer Erwärmung noch gefährlicher
auswirke. Die Infrastruktur in den Alpen sei überwiegend in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts errichtet worden, mit völlig anderen Bedingungen als heute, sagte Gruber. Mittlerweile steige die Null-Grad-Grenze in höhere Bergregionen. „Die Sommer werden heißer, die Winterperioden sind später und kürzer. Durchgehende Schneedecken werden selten und dünner. Gletscher schmelzen schneller ab und Bergmassive werden instabiler. Abnehmende Frosttage und Starkregen im Sommer verschieben Permafrost-Zonen. „Der Permafrost ist der Kitt für ganze Bergmassive“, so der BUND-Ortsvorsitzende. Aufgrund von Gletscherrückgängen mache der Klimawandel Hochgebirgstouren im Sommer unberechenbarer. Schwere Unwetter nach Hitzewellen sorgen in den Alpen für erhöhte Steinschlaggefahr, Geröll- und Schlammlawinen. Hütten werden instabiler oder gesperrt. Vermehrte Instandhaltung von Wegen und Brücken sei nötig. Das Watzmannhaus oder die neue Prager Hütte seien Beispiele für Wassermangel zur Tourensaison. Bei der Tourenplanung sollten extreme Wetterumschwünge vermieden werden, bei Eistouren sei die Nullgradgrenze zu beachten, klassische Eistouren seien bevorzugt im Spätwinter zu planen. Wie bisher auch sei bei Skitouren auf Schneedeckenaufbau und Schneebrettgefahr zu achten. Um das Ziel der Klimaneutralität und des nachhaltigen Bergsports zu erreichen, sei die Mobilität mit dem ÖPNV, dem Bergbus oder Fahrgemeinschaften zu forcieren. Als
Diskussionsimpuls mit den Bergfreunden warf Gruber das Zitat Karl Valentins aus dem Nachkriegsjahr 1946 in die Runde: „Über kurz oder lang kann das nimmer länger so weitergehen, außer es dauert noch länger, dann kann man nur sagen, es braucht halt alles seine Zeit, und Zeit wär`s, dass es bald anders wird.“ Ob dieser Gedanke auch für den Klimawandel gelten kann, sei dahingestellt. Im Anschluss kam es zu einem regen Austausch am Stammtisch darüber, welche konkreten Möglichkeiten es gibt, um ökologisch verträglich Bergtouren und Natur-Ausflüge durchzuführen. Der nächste Stammtisch findet am 5. Mai um 19.30 Uhr im Bürgertreff statt. Gerd Meissner wird über 100 Jahre Demeter-Landwirtschaft berichten.

Bericht: R. Pahl