Urlaub und Freizeit in Bayern - damit die Natur nicht unter die Räder kommt

Mit dem Beginn der Pfingstferien und den gelockerten Kontakt- und Ausgangsbeschränkungen wird ein großer Andrang an den bekannten Hotspots der Bayerischen Ausflugsziele erwartet, wie z.B. am Chiemsee oder den Bergbahnen unseres Landkreises, sowie auf Almen und Hütten. Der BUND Naturschutz (BN) empfiehlt diese bekannten Hotspots zu meiden, mehrtägige Urlaubstouren zu machen und gibt Tipps für alternative Ausflugsziele fernab der ausgetretenen Pfade.

„Die Ausgangsbeschränkungen der letzten Wochen haben uns gezeigt, wie wichtig intakte Naherholungsgebiete, Frischluftschneisen und erholsame Landschaften in unserer unmittelbaren Umgebung sind. Entspannung findet man nicht im Gewerbegebiet, sondern im Wald, im Park oder in bunten strukturreichen Kulturlandschaften. Durch den reduzierten Verkehr, auch Luftverkehr, waren die Ruhe und ungewohnte Stille sehr wertvoll, viele Menschen haben wieder den Gesang der Vögel und die Geräusche der Natur wahrgenommen.“,sagt Richard Mergner, Landesvorsitzender des BUND Naturschutz.

Auch in unserem Landkreis erwarten wir nicht nur in den Pfingstferien sondern über den ganzen Sommer einen großen touristischen Andrang, der zu Problemen an den Hotspots führen könnte und negative Auswirkungen auf unsere Natur und die heimische Bevölkerung haben könnte.

Darum bittet auch die Kreisgruppe Traunstein folgende Punkte zu beachten:

  • Meiden Sie touristische Hotspots – entdecken Sie die Sensation im Kleinen: Wer sich dieses Jahr für Urlaub zu Hause entscheidet, sollte die Zeit nicht für die Abarbeitung von To-Do Listen der bekanntesten Reiseziele in Bayern nutzen, sondern seine nähere Umgebung erkunden, auch hier gibt es noch viel Unbekanntes. In den Hotspots ist mit Massentourismus zu rechnen, der vom Verkehrschaos bis hin zu starker räumlicher und zeitlicher Belastung vieler Arten zahlreiche negative Wirkungen hat.

  • Bleiben Sie mehrere Tage in Ihrer Urlaubsregion: Ab morgen sind Hotels, Pensionen, Ferienwohnungen und Campingplätze in Bayern wieder geöffnet. Im Gegensatz zum Tagestourismus lohnt sich die Anreise mehr, kann man die Urlaubsregion vielfältiger und entspannter erkunden und somit hat auch die lokale Wirtschaft mehr davon.

  • Nutzen Sie zur Anreise Bahn und Busoder das Fahrrad unter Einhaltung der entsprechenden Schutzvorschriften, denn es ist auf Grund der internationalen Reisebeschränkungen gerade in Urlaubsregionen mit einem besonders hohen Verkehrsaufkommen zu rechnen.

  • Respektieren Sie die Empfehlungen und Gebote der Besucherlenkung, v.a. in Schutzgebieten. Bitte nutzen Sie ausgewiesene Parkflächen, bleiben Sie grundsätzlich aufden Wegen und leinen Sie Ihren Hund an. Viele Tiere sind gerade jetzt damit beschäftigt, ihre Jungen aufzuziehen oder eine zweite Brut auszubrüten, sie sind jetzt besonders störanfällig. Und auch die schöne Blumenwiese und mit ihr die Insekten leiden unter dem Tritt von zu vielen Menschen.

  • Bitte verzichten Sie auch auf E-Mountainbike-Touren auf Wanderwegen und Steigen im alpinen Gelände. Diese sind Wanderer*innen vorbehalten.

Erkunden Sie die Natur rund um Ihren Heimatort! Die meisten Gemeinden besitzen ein eigenes Wanderwegenetz und dazugehörige Karten. Es gibt viele spannende Biotope zu entdecken, die Ihnen vielleicht bisher noch gar nicht aufgefallen sind.

Die Kreisgruppe Traunstein setzt sich seit Jahrzehnten für den Schutz der Landschaften im Landkreis ein. Zum Beispiel in der Stadt Traunstein sind jetzt die Naherholungsgebiete, wie der Haidforst, wichtiger denn je und müssen vor der Zerstörung durch Gewerbegebiete und Straßenbau geschützt werden.

Weiterführende Informationen finden Sie in der BN Aktuell Ausgabe