Biologische Landwirtschaft und Muschelrettung
Alwin Schneider, Demeter-Landwirt aus Eggstätt, spricht über biologisch-dynamische Landwirtschaft. Er hat viele Jahre mit der Anthroposophischen Gemeinschaft einen Demeter-Hof betrieben, 20 ha Ackerbau, 20 ha für die Milchkühe. Die Anthrosophie gehe zurück auf die Ideen von Rudolf Steiner aus dem Jahr 1924, so
Alwin Schneider. Sie beruht auf der Kreislaufwirtschaft. Ein bio-dynamischer landwirtschaftlicher Betrieb sei ein geschlossener Organismus, der auf synthetische Dünger und Pestzide verzichtet. Er fördert die Schulung der menschlichen Wahrnehmung bei der Arbeit mit Tieren und Pflanzen. Die Tierhaltung ist dabei durch den Futter-Mist-
Kreislauf an die Fläche gebunden. Spezielle Präparate aus Mist, Heilpflanzen und Quarz sowie die Berücksichtigung kosmischer Rhythmen wie Mond- und Planetenstände bei Aussaat und Ernte sorgen für die Stärkung der Bodenfruchtbarkeit. Alwin Schneider führte weiter aus: Die Anthrosophie wäre nach dem 1. Weltkrieg die
Antwort auf das industrielle Denken, das Aufkommen von synthetischem Stickstoff-Dünger nach dem Haber-Bosch-Verfahren gewesen. Auf konventionellen Höfen kamen die Futtermittel von weit her, durch Stickstofferhöhung und Eiweißzufuhr war dadurch erhöhter Tierbesatz möglich. Die konventionelle Landwirtschaft würde in dieser
Denkweise wie ein Industriebetrieb funktionieren. Im Chiemgau sei das oft anders, hier wären kleine Höfe die Norm, es gibt viel Grünland, die Landwirte betreiben Landschaftspflege. Die anwesenden Bauern sprachen über ihre Probleme mit Regulierung und Klimawandel. BN-Vorstand Richard Gruber erwähnt, in Österreich gäbe es mehr lokale Produkte zu kaufen. „Bei uns leiden die Biogroßhändler unter Preisdruck“. Große Demeter-Gärtnereien seien schwer mit dem System des Einzelhandels vereinbar. Frage im Publikum: Was können wir gegen den Klimawandel vorantreiben? Es werden Lösungsansätze bei Hitze und weniger Regen gesucht. „Wie können wir von unserem
Land leben?“, so ein Bauer. Humusaufbau ginge nur über Tierhaltung. Ein Bauer behauptete, Mais würde mehr CO2 binden als ein Buchenwald. Dagegen wurde gehalten: “Monokulturen töten Vielfalt und Biodiversität der Insekten und Vögel.“ Erwähnt wurde noch das Prinzip der solidarischen Landwirtschaft (SoLaWi). Sie funktioniert nach dem Prinzip: „Was brauchst du, was brauche ich?“ Dabei gründen Verbraucher und Landwirte auf lokaler Ebene eine Partnerschaft. Durch Mitarbeit oder andere Unterstützung erfolgt eine nachhaltige Bewirtschaftung, die marktunabhängig ist. Jeder bekommt die Produkte, die er braucht.
Ein weiteres Thema beim Stammtisch war die Muschelrettung im Schwellgraben am Bansee. Einige Mitglieder der BN-Ortsgruppe beförderten zusammen mit Bernhard Gum, dem Fischereibeauftragten des Bezirks Obb, ca. 250 Bachmuscheln aus dem ausgetrockneten
Bereich des Schwellgrabens wieder ins Wasser. Damit wurde der Fortbestand der Muscheln gesichert.
Bericht: R. Pahl











