Zur Startseite

Was wir tun können

Natur & Garten

Wir über uns

  • Home  › 
  • Aktuelle Meldungen

Die Rolling Stones der Alpen – Kieselsteine was wir aus Ihnen lernen können

Jeder Kieselstein ist anders, keiner ist gleich. Sie sind anders in der Farbe, sie sind anders in der Struktur der Oberfläche, in ihrer Größe, in der Form. Mache haben weiße Linien, manche sind rötlich, manche sind grünlich, manche sind eher weiß oder grau, manche sind marmoriert.

08.07.2026

Jeder Kieselstein ist anders, keiner ist gleich. Sie sind anders in der Farbe, sie sind anders in der Struktur der Oberfläche, in ihrer Größe, in der Form. Mache haben weiße Linien, manche sind rötlich, manche sind grünlich, manche sind eher weiß oder grau, manche sind marmoriert. Wenn man entlang der Flüsse im Alpenvorland spazieren geht, auch an der Ache, dann kann man diese unendliche Vielfalt klar erkennen. Es ist fast so aus, als wäre jeder einzelne Kieselstein „individuell angefertigt worden“.
Wie ist all das zu erklären? Antworten dazu gab der Mineraloge Dr. Hochleitner am 2. Juli in seinem spannenden Vortrag im Wessnerhof in Marquartstein, der auf großes Interesse stieß. 
Die Farbe und die Zusammensetzung eines jeden Kieselsteins gehen auf Ereignisse in der Erdgeschichte zurück, die zum Teil mehr als 200 Millionen Jahre zurückliegen.
So gibt es in den Alpen viele Kieselsteine, die aus sogenanntem Sedimentgestein bestehen, d. h. aus Kalkstein oder aus Sandstein. Diese wurden durch Ablagerungen gebildet, die sich am Grunde des Meeres gebildet haben, das für viele Millionen Jahre auch unser heutiges Voralpenland bedeckt hat. In diesen Ablagerungen wurden abgestorbene Algen aufgenommen, Reste von Korallen, Fischen, und Muscheln. Kalk und Sandsteine, zu dem auch der Marmor gehört, gibt es bei uns in vielen unterschiedlichen Farben und Musterungen, je nachdem, was am Meeresgrund abgelagert wurde. Mit grünlichen Färbungen von Algen, mit Mustern, die auf Muscheln oder auf Korallen zurückgehen, mit rötlichen Färbungen, die eisenhaltige Steine anzeigen. 
Vor etwa fünfzig Millionen Jahre drückte es diesen Meeresgrund aus Kalkstein und Sandstein zusammen, als die afrikanische Erdplatte auf die eurasische Erdplatte stieß. Es entstanden die Alpen. Die Schichten von Meeresablagerungen wurden übereinander geschoben, aufgerichtet, abgebrochen, sie türmten sich auf. Verwitterung, Gletscher und Flüsse brachen größere und kleinere Felsblöcke aus den aufgetürmten Gebirgen und Gesteinsmassen und transportierten sie zum Teil über viele hundert Kilometer, bei uns bis in die Münchner Schotterebene. Die Steine zerbrachen mit der Zeit  immer mehr. Sie stießen im Wasser der Gletscher und der Flüsse aneinander. Sie wurden abgerundet und sie wurden wild durchgemischt. Kieselsteine entstanden, jeder mit seinem eigenen Aussehen und seiner langen Geschichte. Jeder Kieselstein aus Sedimentgestein war somit ein Teil einer Gesteinsschicht, die sich vor vielen Millionen Jahren gebildet hat.  
Neben den Kieselsteinen aus Kalk und Sandstein gibt es auch noch weitere Gruppen von Kieselsteinen. Manche stammen von Gesteinsmassen, die aus dem Erdinneren noch oben gedrückt wurden, wie der Granit, manche entstanden durch vulkanische Aktivitäten, die es bei uns in den Alpen vor langer Zeit ebenfalls gab, wie zum Beispiel schwarze Kieselsteine aus Basalt.
Das Aussehen eines jeden Kieselsteins, seine Struktur, seine Farbe seine Vielfalt zeugen von der Geschichte unserer Erde. Hier gilt mehr noch als sonst der Spruch „Man sieht nur, was man weiss“.
Wer mehr über die Kieselsteine in unserem Alpenvorland wissen möchte, wendet sich bitte gerne an uns, beim Bund Naturschutz in Traunstein. Wir geben gerne Hinweise zu mehr Informationen zu diesem Thema.

Bericht: Uli Penzkofer