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Führung ins Ödmoos

05.10.2026

Mario Peuser von „Wir für den Wald – Klimaschutz in Traunstein“ organisierte die von Klaus Herold, Vorstandsmitglied des BUND Naturschutz Traunstein, geleitete Führung durch das Ödmoos bei Traunstein.

Zunächst erklärte Klaus Herold wie sich Moore seit der Eiszeit entwickelten, wie Torf entsteht und wie dieser früher verwendet wurde und noch heute im Gartenbau Verwendung findet. Auch das ca. 15 Hektar große Ödmoos wurde, wie viele andere Moore in unserer Region, durch Gräben entwässert und mit Fichtenwald bepflanzt. Dieser entwickelte sich aufgrund zu großer Feuchtigkeit nicht zu einem nutzbringenden Wirtschaftswald. Mehr durch Zufall entdeckte der damalige Staatsförster Karl Fischer, dass unter diesem Wald Moorboden ist und trat vor 38 Jahren an den BUND Naturschutz Traunstein, heran. Vor allem Dr. Wolfgang Kneitz und Hermann Eschenbeck setzten sich begeistert und tatkräftig für die Renaturierung des Ödmoos ein. Beate Rutkowski, die Hermann Eschenbeck 2008 als Vorsitzende ablöste, führt diese Aufgabe nun fort.

Burgi Mörtl-Körner, die zweite Bürgermeisterin Traunsteins und Rüdiger Sebottendorf waren beide bei der Führung mit dabei und beschrieben, wie sie selbst in den Anfängen bei der Freistellung des Ödmoos mithalfen. Zunächst wurde die Fichtenbestockung entfernt, die dem Moor extrem viel Wasser und damit den moortypischen Pflanzen ihre Lebensgrundlage entzieht. Danach wurden die Gräben in Handarbeit fachgerecht mit einem Palisadensystem verschlossen und aufgestaut.

Klaus Herold machte den interessierten Zuhörern deutlich, dass Moore ein wichtiger Wasserspeicher sind, vor allem bei Starkregen, die in unserer noch regenreichen Region vorkommen, können intakte Moore die Spitzen abfangen. Und Moore speichern auch Kohlenstoff, bis zu 700 Tonnen pro Hektar, das ist sogar sechsmal mehr als Wald. Durch Entwässerung von Mooren werden umgekehrt massive Mengen klimaschädliches Kohlendioxid freigesetzt.

Ziel ist also ein Anheben des Wasserspiegels zur Renaturierung des Moores, damit sich die moortypischen Sphagnum-Moose entwickeln und durch Vernässung das Wachstum von Bäumen und Sträuchern erschweren können. Die wurzellosen Sphagnum-Stämmchen können durch ihre spezielle Struktur das bis zu 20-fache ihres Trockengewichtes an Wasser speichern. Obwohl es im Moor in diesem Jahr durch die extreme Hitze und lange Dürre ungewöhnlich trocken war, konnte Klaus Herold die Wasserspeicherfunktion des Sphagnum-Mooses eindrucksvoll durch Auspressen demonstrieren. Das aufgefangene Wasser wurde getestet: Es wies einen Säuregehalt von pH 4 bis 5 auf.

Das saure Bodenmilieu, der starke Nährstoffmangel und die extremen Bedingungen im Moor erlauben es nur Spezialisten zu überleben. Außer vielleicht in den Randzonen kommen keine Amphibien vor. Es gibt aber Falter, Schrecken, Libellen und andere Insekten, die sich entsprechend anpassen konnten. Dr. Thomas Rettelbach, welcher deren Kartierung vor einigen Jahren im Ödmoos vorgenommen hatte, war bei der Führung anwesend und konnte als Fachmann berichten.  

Zu den ca 100 seltenen Tier- und 40 Pflanzenarten, die in Hochmooren vorkommen, zählen auch die Rosmarinheide, Moosbeere, die Moorbirke und das Wollgras, die gezeigt werden konnten

Alle Teilnehmenden waren sich einig, dass dieses Moor zu Recht einen hohen Schutzstatus genießt und wie hochaktuell für den Klimaschutz die Erhaltung der Moore ist.
Diese wertvolle Aufgabe wird bis heute von Ehrenamtlichen und Schulklassen durchgeführt, organisiert vom BUND Naturschutz. 

Bericht: C. Lahr