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"Much & Moor" 2026 in Inzell

Nach dem erfolgreichen Auftakt im letzten Jahr, war die Veranstaltung „Much & Moor“ der BUNDjugend Bayern erneut für ein Wochenende in Inzell zu Gast. Dabei geht es um die Pflege und Renaturierung von Feuchtflächen und Mooren: Auf dem Programm standen Exkursionen und praktische Arbeit mit Schaufel und Schlegel, wieder unterstützt von den Bayerischen Staatsforsten und der Kreisgruppe Traunstein.

20.10.2026

Nach dem erfolgreichen Auftakt im letzten Jahr war die Veranstaltung „Much & Moor“ der BUNDjugend Bayern erneut für ein Wochenende in Inzell zu Gast. Dabei geht es um die Pflege und Renaturierung von Feuchtflächen und Mooren: Auf dem Programm standen sowohl Begehungen  mit intensiven Gesprächen von zwei ganz unterschiedlichen Flächen als auch praktische Arbeit mit Schaufel und Schlegel.
Mitarbeiter des Forstbetriebs Berchtesgaden, des Bildungszentrums Laubau und vom Moorteam der Bayerischen Staatsforsten organisierten und leiteten am Samstag für die 22 Jugendlichen ein abwechslungsreiches Programm am Frillensee. Im Mittelpunkt stand die im letzten Jahr von der BaySF aufwändig renaturierte Moorfläche. Dabei wurden die vor vielen Jahren in der Falllinie angelegten Gräben mit Spundwänden verschlossen und diese mit insgesamt 500 m³ Sägemehl hinterfüllt. Bereits nach einem Jahr hat die sich Vegetation die Baustelle zurückerobert, was auch dem Einsatz zwar schwerer, aber mit überbreiten Laufketten bodenschonender Maschinen zu danken ist.
Franz Wenzl vom Moorteam der BaySF führte die Teilnehmer*innen durch das Gebiet und erklärte sowohl Ablauf und Ausführung der Arbeiten als auch die Besonderheiten eines Waldmoors, das sich selbst nach dem trockenen Sommer sehr nass präsentierte. Nähere Informationen über den Aufbau des Torfkörpers sollte eine Bohrung mit einem Klappbohrer liefern. Diese drang jedoch nur ca. 2,5 m in die Tiefe vor und stieß dann auf massives Holz. Aus einer früheren Untersuchung ist eine Mächtigkeit von mindestens 4 m bekannt. Die Frage, was darunter ist, bleibt jedoch vorerst ungeklärt.
Auch die praktische Arbeit unter der fachkundigen Anleitung von Markus Ruf, forstlicher Arbeitslehrer am Bildungszentrum Laubau, fand in diesem Gebiet statt. An einigen Stellen hatte sich das oberflächlich ablaufende Niederschlagswasser seinen Weg um die Spundwände herum gebahnt, dort Rinnen gebildet und das Holz der Spundwände teilweise frei gespült. Damit drohten die Spundwände schnell zu verrotten. Die Jugendlichen verlängerten hier die Sperren zur Seite hin mit Nut- und Federbrettern, die sie sorgfältig mit an geeigneten Stellen entnommenen Torf abdeckten. Das ablaufende Wasser wird jetzt seitlich in die Fläche geleitet und die weitere Erosion verhindert.
Dr. Armin Haberl, stellvertretender Leiter des Forstbetriebs Berchtesgaden ergänzte das Programm mit einer kurzen Vorstellung des Betriebs und der Herausforderungen, die die Erhaltung des Bergmischwalds angesichts des Klimawandels darstellt.
Leider setzte das Wetter dem Tag ein schnelles Ende. Alle waren von oben wie unten nass und dreckig, konnten aber stolz auf die geleistete Arbeit sein. Den drei Mitarbeitern der BaySF danken wir für ihr erneutes Engagement und den spannenden Tag.
Am Sonntag wurde das Programm mit einer Exkursion in das Ödmoos bei Traunstein abgeschlossen. Christian Rutkowski, Mitglied im Vorstand der Kreisgruppe Traunstein und im Landesarbeitskreis Wald des BUND Naturschutz, ließ die 40 Jahre Revue passieren, seit der damalige Revierförster Karl Fischer und die Kreisgruppe die Renaturierung begonnen haben. Hier ist der Wasserhaushalt des Moors ausschließlich vom Niederschlag abhängig und der trockene Sommer hat deutliche Spuren hinterlassen. Auch die größten Gräben sind mit Gras bewachsen und konnten trockenen Fußes überquert werden – noch vor einigen Jahren undenkbar. 
Rutkowski machte deutlich, dass Landschaftspflege bedeutet, über viele Jahre Verantwortung zu übernehmen und angesichts immer bestehender Zielkonflikte eine klare Zielvorstellung benötigt. Er forderte die Jugendlichen auf, sich in die Diskussion darüber aktiv einzubringen und machte deutlich, dass Wiederherstellung und Erhalt von Biotopen nur dann gelingen kann, wenn es nicht bei einzelnen Aktionen und Events bleibt, sondern sich Aktive auch weiterhin Jahr für Jahr ehrenamtlich engagieren – wozu nicht nur das eine Wochenende vor Ort, sondern auch die Organisation, Vor- und Nachbereitung gehören.
Bericht: Chr. Rutkowski